Gorny & Mosch, D-Munich

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Kunst-Auktion bei Gorny & Mosch

Zu der am 16. Dezember 2020 bei Gorny & Mosch in München stattfindenden Auktion 275 ist ein prachtvoller Printkatalog erschienen. Versteigert werden über 830 Lose, darunter einige Stücke aus der Sammlung des bekannten deutschen Regisseurs und Schauspielers Bernhard Wicki (1919-2000). Unter den afrikanischen Objekten befinden sich wieder Stücke aus der Sammlung von Karl-Ferdinand Schaedler, der als Afrika-Kenner und Experte diesen Bereich der Auktion bearbeitet hat. Außerdem wird eine umfangreiche Sammlung antiker Lampen angeboten, die sowohl Bronze- als auch Tonlampen vom 7. Jahrhundert vor bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. umfasst. Bei dieser Auktion kommt auch wieder eine größere Anzahl von Ikonen aus unterschiedlichen Sammlungen unter den Hammer. Beachtenswert ist die Auswahl im Bereich griechischer Vasen sowie bei der Marmorskulptur.

Los 1. © Gorny & Mosch Giessener Münzhandlung GmbH Auktion 275, 2020, 1 (Fotografie: Michael Girschick, Starnberg).

Das Angebot im Überblick:

  • Vasen: 49 Lose
  • Terrakottaskulptur: 10 Lose
  • Steinskulptur: 18 Lose
  • Bronzeskulptur: 25 Lose
  • Geräte: 11 Lose
  • Lampen: 55 Lose
  • Schmuck: 61 Lose
  • Kameen, Gemmen, Siegel: 22 Lose
  • Glas: 15 Lose
  • Nordafrika: 28 Lose
  • Alter Orient: 40 Lose
  • Ur- und Frühgeschichte: 37 Lose
  • Byzanz: 7 Lose
  • Ikonen: 35 Lose
  • Islam: 9 Lose
  • Afrika und Ozeanien: 103 Lose
  • Altamerika: 57 Lose
  • Asien: 29 Lose
  • Neuzeit: 2 Lose
  • Lots: 217 Lose
  • Literatur: 3 Lose

Los 1

Attische Hydria in der Art des Taleides-Malers. Um 540 v. Chr. H 37,8cm. Schwarzfigurig, Details reichlich in Rot und Weiß ausgeführt. Auf dem Bauch großes Bildfeld, das seitlich von Efeuranken begrenzt wird. Darauf ein bärtiger Mann in reich verziertem Mantel mit Lanze sowie ein Wagenlenker in Quadriga nach rechts. Im Hintergrund ein Hoplit mit Schild und Lanze. Darunter ein Tierfries mit zwei Schwänen und Panthern, in der Mitte eine äsende Hirschkuh. Auf dem Schulterbild zwischen vier Manteljünglingen der Kampf zwischen Herakles und Triton. Aus großen Fragmenten zusammengesetzt, dabei kleine retuschierte Ergänzungen.

Provenienz: Seit 2012 in Deutschland; erworben zwischen 1900 und 1920 für eine französische Sammlung, danach in Familienbesitz.

Schätzpreis: 65.000 EUR

Los 51

Griechische Kriegerstatuette. Östlicher Mittelmeerraum, archaisch II, ca. 500 v. Chr. H 19,1cm. Hellbrauner Ton mit roter und schwarzer Bemalung. Röhrenförmiger Körper, am linken Arm Schild, hoher spitzer Helm. Intakt mit sehr gut erhaltenen Farben.

Provenienz: Aus der Privatsammlung D.K., New York, erworben zwischen 2000 und 2010.

Schätzpreis: 6.000 EUR

Los 61. © Gorny & Mosch Giessener Münzhandlung GmbH Auktion 275, 2020, 61 (Fotografie: Michael Girschick, Starnberg).

Los 61

Monumentaler Götterkopf. Römische Kaiserzeit, 2. Viertel 2. Jh. n. Chr. Weißer, feinkristalliner Marmor. H 38cm. Fast vollplastischer, überlebensgroßer Reliefkopf eines bärtigen Mannes „im besten Alter“ in leichter Wendung nach rechts. Das volle Kopfhaar entspringt in radialen, unregelmäßigen Locken einem Wirbel in der Mitte der Stirn und strömt wie in einem von vorne kommenden Windstoß nach hinten. Gleichsam in einer Gegenbewegung dazu ist der lockige, wollige Bart in dicken Strähnen nach vorne gekämmt und endet in einigen spitzen, eingekehrten Zangenmotiven am Kinn. Das idealisierte Gesicht zeigt nur geringe Altersspuren, die sich in dem etwas weichen, fleischigen Karnat manifestieren.

Provenienz: Ex Sammlung Willi Wiborny, Oranienburg (1931-2018). In Familienbesitz seit mindestens 1980er Jahre.

Schätzpreis: 30.000 EUR

Los 79

Ephebe. Etruskisch, Ende 6. Jh. v. Chr. H 11,5cm. Dreifußaufsatz in Vollguss. Schreitender, nackter Knabe im archaischen Stil mit Rolllockenfrisur, die über den Nacken hinabfällt. Die Lockenenden ebenso wie eine um den Hals gelegte Kette, die Augen, die Brustwarzen und der Nabel sind in Kaltarbeit mit runden Punzen angegeben. Herrliche olivgrüne Glanzpatina, intakt.

Provenienz: Schweizer Privatbesitz A. A. Erworben von Galerie de la Corraterie, Genf, 2004. Bei Gorny & Mosch Auktion 272, 2020. 103 (zur Klärung der Eigentumsverhältnisse zurückgezogen, nun frei verkäuflich).

Los: 25.000 EUR

Los 179

Goldene Löwenkopfapplike. Achämenidisch, 6.-4. Jh. v.Chr. 4,42g. Aus Goldfolie ausgeschnitten und getrieben. Kopf eines brüllenden Löwen mit leicht geöffnetem Maul, die Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers sowie die Zunge sind sichtbar, der Blick geht nach rechts, das Auge ist frontal abgebildet. Auf der Wange sind Schnurrhaare dargestellt. Oberhalb der Mähne befindet sich ein spitzes Ohr. Die Mähne besteht aus elf Strähnen, die strahlenförmig angeordnet sind und in einer Volute enden. Auf der Rückseite fünf Ösen aus Golddraht. Es handelt sich um eine Gewand-Applike, die in größerer Stückzahl auf Stoff aufgenäht war. Gold. Prachtvolles Exemplar der antiken Juwelierskunst! Drei Strähnen der Mähne am Ansatz gebrochen.

Provenienz: Ex Sammlung I.E., Bayern, 1960 – Anfang 2000.

Schätzpreis: 3.000 EUR

Los 296

Prachtvolles Kompositidol. Baktrien, spätes 3. – frühes 2. Jt. v.Chr. H 12,7cm. Aus Lapislazuli und Kalkstein. Der Kopf, Arme und ein Fuß sind aus Kalkstein und in den Corpus eingefügt. Auf dem Kopf sitzt eine turbanartige Kopfbedeckung aus grünlichem Chlorit mit geritztem Dekor. Ohren, Augen, Nase und Mund sind modelliert, am Kopf setzen der Hals und ein Teil des Oberkörpers in Büstenform an. Die Hände mit den Unterarmen liegen im Schoß, der rechte Fuß mit einem Teil des Unterschenkels ist an der unteren Kante des Körpers angepasst. Der Corpus stellt eine sitzende. weibliche Figur dar, deren Details unter einem weiten Gewand mit geometrischem Ritzdekor verborgen sind. Körper bestoßen mit fehlenden Fragmenten, Gesicht u. Gliedmaßen berieben.

Provenienz: Ex Sammlung K. G., Rheinland, erworben im deutschen Kunsthandel 1960er Jahre bis 2003.

Schätzpreis: 10.000 Euro

Los 339. © Gorny & Mosch Giessener Münzhandlung GmbH Auktion 275, 2020, 339 (Fotografie: Michael Girschick, Starnberg).

Los 339

Große Armspirale. Bronzezeit, ca. 11.-9. Jh. v.Chr. H ca. 27cm, Bronze. Große Spirale mit dreieckigem Querschnitt, die zu den Enden in einen runden bzw. vierkantigen Stab übergeht und in zwei quergestellten Endspiralen endet. Herrliche blaugrüne Patina, intakt.

Provenienz: Ex kanadische Privatsammlung; ex Christie’s London, 25. April 2001, lot 343.

Schätzpreis: 3.500 Euro

Los 380

Große Ikone mit dem Erzengel Michael aus einer Kirchenikonostase. Russland, Moskau, 18. Jh. H 71,6cm. Einzeltafel, Kowtscheg, Lewkas, Eitempera auf Kreidegrund, vergoldeter Nimbus. Bildfüllende, ganzfigurige Darstellung des Erzengels Michael mit Stab und Sphaira in Dreiviertelansicht. Kleine Retuschen, sonst intakt.

Provenienz: Aus einer süddeutschen Privatsammlung.

Schätzpreis: 4.800 Euro

Los 415

Mörser aus Bronze. Zentralasien, Khorassan, 12.-13. Jahrhundert. H 13,5cm. Bronze mit Kupfer-Tauschierungen und graviert. Rundes, zylindrisches Gefäß mit flachem Boden, leicht auskragendem Rand und Noppen auf dem Corpus. Am Rand innen Flechtband und außen vegetabile Ranken, unten am Rand eine Art Wellenband. Auf dem Corpus Medaillons mit in Kupfer eingelegten Pfauen. Der Stößel (L 22cm) mit einer Kugel an einem und einem Knauf am anderen Ende. Im unteren Bereich ein Flechtband, oben unterhalb des Knaufs ein Band mit arabischer Inschrift. Grüne Patina, intakt.

Provenienz: Ex Sammlung K. G., Rheinland, erworben im deutschen Kunsthandel 1960er Jahre bis 2003.

Schätzpreis: 1.500 Euro

Los 425

Anthropomorphe Büste. Nok, Nigeria, 500 v. – 200 n.Chr. H 43cm. Beigefarbener Terrakotta. Große Figur mit haubenähnlicher Kopfbedeckung und großem Halsschmuck aus zahlreichen Ketten und einem Anhänger. Kopf war vermutlich gebrochen und wurde geklebt, Arme abgebrochen.

Provenienz: Ex süddeutsche Privatsammlung U.H.; in Deutschland seit 1995.

Schätzpreis: 4.000 Euro

Los 527

Großes Prunk-Tumi. Lambayeque, 800-1100 n. Chr. H 36cm. Nach unten stehendes Tumi aus dünnem Silberblech, gewalzt und gehämmert. Auf dem Griff steht ein Krieger mit einem breiten, halbmondförmigen Kopfschmuck, der von einem Kamm mit durchbrochen gearbeiteten Ornamenten bekrönt wird. Das Gesicht der Figur wird von zwei großen Ohrspulen eingerahmt. Sie trägt eine kurze Tunika und Hosen. Die Verzierungselemente in Metall deuten Stickereien an. Auf eine Unterlage montiert, kleinere Ausbrüche und Fehlstellen, sonst ausgezeichneter Zustand.

Provenienz: Aus der Sammlung Charles Craig. Bei Gorny & Mosch Auktion 272, 2020, 591.

Schätzpreis: 10.000 Euro

Los 541. © Gorny & Mosch Giessener Münzhandlung GmbH Auktion 275, 2020, 541 (Fotografie: Michael Girschick, Starnberg).

Los 541

Stehende Figur eines Würdenträgers oder Kriegers. Veracruz, Totonac, ca. 300-1200 n. Chr. H 52cm. Heller Ton. Stehende Figur im kurzen Schurz, die Arme mit den großen Händen seitlich herunterhängend, die Schultern von schwarzen punktförmigen Ziernarben bedeckt. Um den Hals trägt er ein doppeltes, vorne zur Schleife gebundenes Band, auf dem Kopf einen flachen Hut oder Helm mit seitlichen Flügeln und einer sichelförmigen Zier, der mit einem Kinnband befestigt ist; in den Ohren mächtige, gedrechselte Pflöcke. Der Mund, die Ziernarben und die Pupillen sind mit schwarzem „Chapapote“ (natürlich vorkommender Asphalt) gefärbt. Beide Füße stecken in Sandalen, die vorne mit Schleifen geschmückt sind. Aus mehreren Fragmenten zusammengesetzt.

Provenienz: Ex Sammlung R. Villinger-Schmeller, Bayern, erworben vor 1980.

Schätzpreis: 3.000 Euro

Los 596

Gautama Buddha-Kopf. Zentralthailand, U-Thong, 1. Hälfte des 15. Jhs. H 30,5cm. Bronzeguss mit Resten des originalen Gusskerns. Ausdruck des tiefen samadhi, längliche Kopfform mit langen, leicht spitzen Ohren. Grünliche Patina, im Hals gebrochen, im Hinterkopf ein Ausbruch ca. 13cm, Aufsatz der Ushnisha nicht erhalten.

Schätzpreis: 10.000 Euro

Los 599

Großartige Figur des Vajrapani. Sinotibetisch, 18.-19. Jh. H 26cm. Bronze feuervergoldet, in drei Teilen gegossen, Details bemalt. Die zornvolle Gottheit, Schützer des Glaubens und „Herr der Geheimnisse“ – Vajrapani, dargestellt in pratyalidhasana vor einer Flammenmandorla. In seiner Rechten hält er ein vajra Zepter, in der Linken ein Lasso, das Mudra des Zorns am Herz ausführend. Ein Tigerfell bedeckt seine Hüften und ein Schal liegt über den Schultern; der Körper ist mit Juwelen geschmückt; über das rote Haar, das dem Feuer gleich nach oben steigt, eine Krone aus fünf Schädeln. Der zornvolle Ausdruck seines Gesichtes ist durch die drei weit geöffneten, realistisch bemalten Augen hervorgehoben. Der Lotussockel von unten verschlossen und mit einem doppelten vajra verziert. Meisterwerk! Vergoldung und Pigment partiell abgerieben, ein Fuß der Mandorla repariert, sonst sehr gute Erhaltung.

Provenienz: Ex Sammlung A.E.O., Rheinland; erworben im Rheinland 2008 oder 2009.

Schätzpreis: 6.000 Euro

Vorbesichtigung

Die Vorbesichtigung findet bei Gorny & Mosch am Maximiliansplatz zu folgenden Zeiten statt:

Ab sofort

Montag-Freitag

10.00-13.00 Uhr und 14.30-18.00 Uhr nach vorheriger Vereinbarung

Sonntag, 13.12.2020

13.00-17.00 Uhr

 

Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Vorbesichtigungstermin. Bitte melden Sie sich für die Auktion an: Die Plätze im Saal sind auf 10 Stück begrenzt.

Der Katalog zur Auktion 275 kann bei Gorny & Mosch, Giessener Münzhandlung, Maximiliansplatz 20, D-80333 München, Tel. +49 / (0)89 / 24 22 643-0, Fax +49 / (0)89 / 22 85 513 bestellt werden. Außerdem steht der Katalog online bei Auex bereit.