Zweite Wolfgang Hahn-Medaille in Wien verliehen

von Hubert Emmerig

5. Januar 2012 – Im Jahr 2010 stiftete das Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien, gesponsert von der Numismatica Genevensis SA, Genf (Dr. Alain Baron), und der Münze Österreich AG, die Wolfgang Hahn-Medaille für Verdienste um das Institut und verlieh das Exemplar Nr. 1 an den Namensträger, Prof. Dr. Wolfgang Hahn, anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand.

Wolfgang Hahn-Medaille. Foto: Wolfgang Szaivert.

Wolfgang Hahn-Medaille. Foto: Wolfgang Szaivert.

Die Satzung der Medaille, die von Prof. Helmut Zobl geschaffen wurde, sieht jährlich maximal eine Verleihung vor, die am Tag des Hl. Eligius, dem 1. Dezember, stattfinden soll. Am 1. Dezember 2011 wurde bereits die Medaille mit der Nr. 2 verliehen. Geehrt wurde damit Prof. Dr. Theodore V. Buttrey aus Cambridge.
Ted Buttrey, geboren 1929 in den USA, lehrte an den Universitäten von Yale und Michigan, bevor er ab 1983 an die Universität Cambridge wechselte; ab 1988 stand er dem Münzkabinett des Fitzwilliam Museum, das Teil der Universität Cambridge ist, vor. Heute trägt Ted Buttrey den Titel eines Honorary Keeper of Ancient Coins am Department of Coins and Medals des Fitzwilliam Museums.

Ted Buttrey vor einem Stapel Kataloge, wie er sie an die numismatischen und historischen Institute der Welt verschickt. Die von Sammlern und Münzhandlungen kostenlos zur Verfügung gestellte Exemplare versendet er häufig auf eigene Kosten. Foto: Ursula Kampmann, Cambridge Januar 2011.

Ted Buttrey vor einem Stapel Kataloge, wie er sie an die numismatischen und historischen Institute der Welt verschickt. Die von Sammlern und Münzhandlungen kostenlos zur Verfügung gestellte Exemplare versendet er häufig auf eigene Kosten. Foto: Ursula Kampmann, Cambridge Januar 2011.

Die Einladung von Wolfgang Hahn nach Cambridge zu einem Aufenthalt als Visiting Scholar im Jahr 1997 begründete die Beziehung von Buttrey zum Institut. Vor gut 10 Jahren war er dann in eine Evaluierung des Wiener Instituts involviert. Daraus entwickelte sich eine kontinuierliche Förderung des Instituts, das er beim Ausbau der Bibliothek kräftig unterstützte. Ganz besonders profitierte die Sammlung von Handelskatalogen im Wiener Institut, die ohne die regelmäßigen Transporte aus Cambridge heute nicht den Rang der besten einschlägigen Sammlung in Österreich einnehmen würde; sie beherbergt heute etwa 23.000 numismatische Auktionskataloge und Lagerlisten aus aller Welt.

Ted Buttrey hielt in Wien einen spannenden Vortrag. Foto: Michael Hollunder.

Ted Buttrey hielt in Wien einen spannenden Vortrag. Foto: Michael Hollunder.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters kam Ted Buttrey persönlich zu seiner Ehrung nach Wien, die Reinhard Wolters und Wolfgang Hahn vornahmen. Das Festpublikum erfreute der Preisträger nach der Verleihung mit einem grandiosen Festvortrag. Unter dem Titel „The Cornuacopiae Dupondii of Vespasian: Not Commage, but not Syria either“ widmete sich Buttrey der Herkunft und Interpretation eines Dupondius des Verspasian mit den Cornuacopiae auf dem Revers, für den bisher eine Herkunft aus Commagene oder Syrien vermutet worden war. Er konnte nachweisen, dass der Typ trotz seiner östlichen Typologie aus der Münzstätte Rom stammt, die Typologie aber im Rahmen eines Erinnerungsprogramms an politische Ereignisse unter der Regierung des Münzherrn zu sehen ist.
Bei einem Wiener Heurigen klang der Abend der Preisverleihung gemütlich aus. Professor Buttrey wünschen wir, dass er sich in Cambridge noch viele Jahre mit seiner bewundernswerten Energie für numismatische Belange einsetzen kann.

Mehr Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier.

Wenn Sie mehr über Ted Buttrey und das Münzkabinett in Cambridge wissen wollen, klicken Sie hier.

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